Achte  „Oase geschenkten Lebens“ im Saarland

Nach vier Gedenkstätten im Stadtgebiet Saarbrücken, einer in St. Wendel, einer auf dem Unicampus in Homburg und einer auf dem Montmorillon Platz in Wadern, ist am 8. November 2025 eine weitere Gedenkstätte in Saarlouis eingerichtet worden.

Zu finden ist die neue sogenannte „Oase geschenkten Lebens“ im Stadtgarten in unmittelbarer Nähe des Pavillons.

Symbolisiert durch einen Baum als Zeichen des Lebens und einer Stele mit entsprechender Aufschrift, lädt sie dazu ein, Organspenderinnen und Organspendern ehrend zu gedenken und sich mit dem lebenswichtigen Thema Organspende auseinanderzusetzten.

Die „Oasen geschenkten Lebens“ gehen auf die Initiative der Arbeitsgemeinschaft Infoteam Organspende Saar (IOS) unter Hanna und Klaus Schmitt mit den beiden Selbsthilfevereinen Junge Nierenkranke Deutschland e.V. und Niere Saar e.V., die seit über fünfzig Jahren die Interessen der Dialysepatienten und Nierentransplantierten im Saarland vertritt, zurück.

Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit dem saarländischen Ministerium für Arbeit, Frauen, Soziales und Gesundheit erarbeitet. Bei der Einrichtung des Gedenkortes in Saarlouis waren insgesamt fünf Projektpartner beteiligt: Neben Niere Saar e.V. und dem Saarländischen Gesundheitsministerium, die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), die Ärztekammer des Saarlandes und die Europastadt Saarlouis, die den Baum (Ilex) und die Standortfläche zur Verfügung stellte.

Vor dem eigentlichen Festakt im Stadtgarten fand in der Evangelischen Kirche Saarlouis unter der Leitung von Dekan Hans Georg Müller und Diakonin Annette Vollmer ein Dankgottesdienst statt, an dem Ärzte, Pflegepersonal, Angehörige von Organspendern, Lebendspender, Organtransplantierte u.a. teilnahmen und mitwirkten. Dazu erging auch herzliche Einladung an die ganze Bevölkerung!

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes, der unter dem Thema „Atmen ist Leben“ stand, übernahmen dankenswerterweise, Adelheid und Joachim Fontaine (Geige und Orgel), sowie Christine Hoff (Gitarre und Gesang) und Markus Okuesa alias OQmanSolo (Gesang).

Der Dankesbrief eines Lungenempfängers an die Spenderfamilie, verlesen von Hanna Schmitt, berührte die Zuhörerschaft zutiefst.

Der unheilbar erkrankte, schon dem Tod geweihte Familienvater erlebte durch das unschätzbare Geschenk eines Fremden in größter (Atem)Not beim  Aufwachen nach der Narkose ein Wunder, so nennt er es bis heute: der erste bewusste Atemzug! – Das unbeschreibliche Gefühl, wieder atmen zu können, einfach atmen! Fast beschämt es ihn, seinem Spender für dieses unermessliche Geschenk einfach nur DANKE sagen zu können.

Für ihn ist es die vollendete Form der Nächstenliebe, wenn es einem Menschen wichtig ist, in der Situation, in der das eigene Leben nicht mehr zu retten ist, anderen Menschen ein Weiterleben zu ermöglichen.

Die feierlichen Zeilen des letzten Oku-Songs „Ode an das Leben“ noch im Ohr, ging es nach diesem sehr schönen und emotionalen Gottesdienst gemeinsam zum Stadtgarten.

Vor Ort ergriff zunächst der Beigeordnete Gerald Purucker das Wort:

„Die Europastadt Saarlouis fühlt sich geehrt, ein Standort der „Oase geschenkten Lebens“ zu sein.“

Er dankte allen Beteiligten für die Unterstützung, insbesondere den Verantwortlichen dieser Initiative, Hanna und Klaus Schmitt vom Verein „Niere Saar e.V., sowie Herrn Sanitätsrat Dr. Josef Mischo, der sich persönlich für dieses Projekt mit eingesetzt hat.

Sein Dank richtete sich auch an alle Organspenderinnen, Organspender und ihre Familien, die mit ihrer schweren Entscheidung vielen Menschen das Leben gerettet haben.

Zitat: „Hier in unserm Stadtgarten, wo viele Spaziergänger unterwegs sind, entsteht ein Ort der Erinnerung und Besinnung. Er erinnert an eine der grundlegenden Möglichkeiten des Menschseins: mitzufühlen und zu helfen.“  

Auch Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung betonte in seiner Ansprache die besondere Bedeutung dieses Projekts: „Die Organspende bleibt ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Ich danke der Stadt Saarlouis herzlich für ihr Engagement und die Bereitschaft, Teil dieses Projekts zu sein.“

 

 

 

 

Darauf ergriffen die auserwählten Damen und Herren die Schaufeln und schritten zur symbolischen Baumpflanzung.

 

 

 

 

Im Anschluss daran folgte die feierliche Enthüllung der Stele. Gemeinsam mit Björn Breininger, der als Angehöriger der Organspende seines Vaters zugestimmt hatte, entfernte Nieren-Lebendspenderin Hanna Schmitt das Tuch von der Gedenktafel und verlas die Inschrift:


Liebe ist ein Überfluss an Kraft,
die den erfüllt,

der nicht an sich selbst denkt.“  
                                                                                         (Dag Hammarskjöld)

 

 

In dankbarer Erinnerung an alle Organspenderinnen und Organspender,

die ihren Mitmenschen Chance und Hoffnung

auf ein neues Leben geschenkt haben.

8. November 2025

 

Stadt Saarlouis                  Niere Saar e.V.            Saarländische Landesregierung
Ärztekammer des Saarlandes                 Deutsche Stiftung Organtransplantation 

 

 


 

Darauf wurde die Tafel unter Applaus für alle interessierten Betrachter freigegeben.

Abschließend wurde die Saarlouiser Gedenkstätte als erste von Diakonin Annette Vollmer und Dekan Hans Georg Müller feierlich ökumenisch eingesegnet! – Eine sehr schöne Geste!

Bei dem obligatorischen Imbiss mit Umtrunk vor Ort gab es ausreichend Gelegenheit, die gelungene Veranstaltung mit guten Gesprächen ausklingen zu lassen.

                                                                                                                                                                     Hanna Schmitt


Organspende-aufklärungstermine  2025

16.01.2025
9:45 - 11:30
Orgenspende 

 

Sickingen Gymnasium Landstuhl
Außenstelle Wallhalben 

09.02.2026
9:30-12:00
Organspende

Verbundschule für Gesundheits- und Pflegeberufe

der Marienhaus Kliniken GmbH im Saarland

10.02.2026
9:30-12:00
Organspende

Verbundschule für Gesundheits- und Pflegeberufe

der Marienhaus Kliniken GmbH im Saarland

   
   
   
   
   
   
   

Prominente für Organspende

Weihbischof Jörg Michael Peters

 

 

Organspende ist für mich ein Weg der Verwirklichung des Wortes Jesu, das er uns ins Herz, aber auch in unser Gewissen sagt: "Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt" (Joh 15, 13).

Ministerpräsidentin des Saarlandes, Frau Anke Rehlinger

Organspende , Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger

 

  

„Das Thema Organspende ist ein wichtiges, ein lebenswichtiges Thema. Ich persönlich habe bereits seit einigen Jahren einen Organspendeausweis, den ich immer bei mir trage. Und doch ist es ein Thema, über das nicht allzu viel gesprochen wird und das gerade jungen Menschen in der Regel noch nicht sehr häufig begegnet. Wir müssen daher jede Gelegenheit und jede Plattform nutzen, um darüber zu sprechen!“


IOS-Schirmherr 2024

Herr Sanitätsrat Dr. Josef Mischo

Aufruf zur Entscheidung über Organspende

 

Mehr als 10.000 Menschen mit lebensbedrohenden Erkrankungen warten auf eine Organspende, die meisten vergebens. Wir Gesunde scheuen die Verantwortung einer Entscheidung. Ängste und Sorgen vor Fehlentscheidungen lassen uns zögern, ein klares Ja oder Nein auf dem Organspendeausweis anzukreuzen.

Für mich selbst steht fest: Ich möchte die Last dieser Entscheidung nicht meiner Familie aufbürden, - ich entscheide selbst. Da ich als Arzt weiß, dass die Kriterien des Hirntodes sicher sind und eine strenge Überwachung durch unabhängige Gremien einen Missbrauch verhindert, habe ich festgelegt, dass ich im Falle des endgültigen (irreversiblen) Hirntodes bereit bin, meine Organe zu spenden. Da ich in dieser Situation nie mehr in mein altes Leben zurückkehren kann, möchte ich in meinem Sterben noch Sinn und neues Leben schenken.

 

Beschäftigen Sie sich mit diesem Thema und haben Sie Mut zur Entscheidung !

 


Herr Sanitätsrat Dr. Josef  Mischo
IOS-Schirmherr 2020/2024


Organspenderzahlen 2023 in Deutschland leicht angestiegen

Mit 11,0 Spendern pro Million Einwohner liegen wir als Deutschland auch im Jahr 2023 auf einem hinteren Platz im Eurotransplant Verbund.

Vergleicht man die Spenderzahlen normiert auf eine Million Einwohner, so liegen bis auf die alle europäischen Länder erheblich, bis zu Faktor 2, über den Spenderzahlen in Deutschland. Trotz einer breiten öffentlichen Diskussion sind die Ursachen dieser Entwicklung nicht eindeutig identifiziert. 
Analysiert man die Zahlen, so liegt der Grund immer noch beim Erkennen und Identifizieren des Hirntodes. Die neue Richtlinie zum Erkennen und Identifizieren von potentiellen Organspendern setzte genau hier an. Es bleibt zu hoffen, dass diese Richtlinie in Zukunft mehr Wirkung zeigt. Mehr dazu in folgendem Artikel der Medical Tribune
https://www.medical-tribune.de/meinung-und-dialog/artikel/neue-richtlinie-soll-erkennen-potenzieller-organspender-verbessern
Der erwartete Einbruch der Spenderzahlen aufgrund der Corona Pandemie ist ausgeblieben.
Im Eurotransplant-Verbund hat im Jahr 2022 Österreich, Belgien und die Niederlande Organe nach einem  Herzstillstand (NHB) entnommen. 
Österreich ( 6% sind NHB Entnahmen ) 

Belgien  (über 40% sind  NHB Entnahmen ) 

Niederlanden  ( über 60% sind NHB Entnahmen). In allen anderen Euortransplant Ländern gab es keine Entnahmen nach Herztod.

Im Jahr 2023 sind im Saarland bei 21 Spendern Organe entnommen werden, dies ist einer mehr als 2022.  

                                                                  Klaus Schmitt

Hier geht zu den konkreten Zahlen 


Wir stehen  hinter dem Infoteam Organspende Saar

Das Infoteam Organspende Saar (IOS) ist eine Arbeitsgemeinschaft der Vereine "Niere Saar e.V." und "Junge Nierenkranke Deutschland e.V. ". Das IOS hat sich zur Aufgabe gemacht, die saarländische Bevölkerung, im direkten Kontakt ("Von Mensch zu Mensch"), zum Thema Organspende zu sensibilisieren und umfassend ergebnisoffen darüber aufzuklären.

 

Zum persönlichen Organspende-ausweis 

Hier in  anderen Sprachen erhältlich 


Für junge Transplantierte & für alle Fragen


Das Infoteam Organspende Saar unterstützt die Aktion Organpaten des Bundesgesundheits-ministeriums.